13. November 2019 | Jennifer Weyers

Wie Du Überschriften so schreibst, dass Deine Zielgruppe sofort klickt

Wie Du Überschriften so schreibst, dass Deine Zielgruppe sofort klickt 1

Wenn Du nur 2,6 Sekunden* hättest, was würdest Du tun?

Atmen? Jemanden umarmen? Ja sagen?

Deine potenziellen Leser entscheiden in genau dieser Zeit, ob Sie zu Deinem Artikel ja sagen und ihn lesen wollen oder nicht.

Das Problem hierbei ist nur: Anders als bei Deinem Partner oder Deiner Partnerin, kennen Deine potenziellen Leser Deinen Artikel nicht. Der einzige Grund, ja zu sagen, muss ihnen daher Deine Überschrift liefern.

Und das in einer Welt mit Informationsflut, in der jede Überschrift schreit „hier bin ich, schau mich an“. Eine Welt in der wir einen Großteil an Informationen, die täglich auf uns einströmen gar nicht mehr wahrnehmen.

Ist es da überhaupt realistisch durchzukommen?

Ich will‘s gleich vorwegnehmen, darf ich?

Ja, es ist realistisch. Es gibt sehr erfolgreiche Überschriften, die es schaffen einfach herausragend gut bei Ihrer Zielgruppe anzukommen. Allen gemeinsam sind gewisse Schlüsselaspekte, die auch Du für Deine Überschriften einsetzen kannst.

Willst Du?

Let’s go!

 

Klarheit

Stell sicher, dass Deine Überschrift klar ist. Keiner hat Lust und Zeit darüber nachzudenken, was Du mit Deiner Überschrift gemeint haben könntest. Deine Zielgruppe sollte sofort verstehen, worum es in Deinem Artikel geht und welchen Vorteil es für sie hat, den Artikel zu lesen.

So belegen inzwischen Teststudien, dass Überschriften, in denen der Mehrwert für die Leser klar rüberkommt, um ca. 28% mehr geklickt werden.

Vorsicht ist daher auch hinsichtlich Wortspiele, Witze, Sprüchen und Zitate geboten. Sie hören sich vielleicht gut an, aber zum einen können sie missverstanden werden und zum anderen auch von jedem anderen verwendet werden. Die Gefahr einen nichtssagenden Titel zu haben, der eher irritiert, als Klarheit hinsichtlich der Mehrwerte bietet, ist recht groß. Wenn Du darauf nicht verzichten willst, schau lieber ob Du damit nicht Deinen Haupttext auflockerst. Aus dem Zusammenhang des Textes, fällt es leicht, die Botschaft, die Du damit rüberbringen willst, zu verstehen.

Du suchst nach einer einfache Möglichkeit Deinen Artikel schnell und glasklar auf den Punkt zu bringen ist und zugleich Interesse zu wecken? Dann kann ich Dir die bewährte 8-Schritte Methode aus dem Storytelling ans Herz legen, mit der Du Deine Botschaft deutlich schärfen kannst.

 

Noch genauer

38% höhere Klickrate bei sehr genauen Headlines.

Das ist das Ergebnis einer Studie von Hubspot. Als gute Möglichkeit Deine Botschaft durch relevante Zusatzinfos noch akkurater zu gestalten hast sich dabei die Verwendung von Klammern herausgestellt. Hier ein paar Beispiele was gemeint ist:

  • Wie Du mit täglich 10 Minuten Deine Rethorik verbesserst [Podcast]
  • So erstellst Du Deinen ersten Pinterest Story Pin [mit Video]
  • Das weibliche Gehirn [Infografik]

Falls Du entsprechende Infos hast, lohnt es sich auf jeden Fall die Klammer auszutesten. Nicht nur, weil es die Klickrate erhöhen kann, sondern auch die Zufriedenheit und das Vertrauen Deiner Besucher, weil sie wissen, was sie erwartet.

 

Aufs nächste Level heben

Die meisten Menschen haben ein extremes Bedürfnis stetig besser zu werden oder einen erreichten Stand zu halten. Eigentlich kein Wunder, denn ein Grund hierfür liegt direkt in den Grundbedürfnissen der Menschen selbst. Z.B. das Bedürfnis nach Sicherheit, Zugehörigkeit zu einer Gruppe, Essen und Trinken sowie Status. Bei jeden sind diese Bedürfnisse anders ausgeprägt. Doch alle verbindet, dass Wissen hier helfen kann diese Bedürfnisse zu befriedigen. Ganz konkret lässt sich das bei Überschriften daran merken, dass folgende Titel-Arten besonders gerne geklickt werden:

1. Wie Du

Diese Überschriftenart ist super dazu geeignet dem Leser zu signalisieren, dass er nach dem Lesen des Artikels in der Lage ist ein Problem zu Lösen. Z.B.:

 

2. Warum

Überschriften mit warum eignen sich ideal, um neugierig zu machen und Wissen zu vermitteln, dass z.B. auf Sicherheit bzw. Angst abzielt oder Status. Beispielsweise:

  • Warum Deine Wettbewerber in Google vor Dir landen
  • Negativnachrichten: Warum sie Deiner Gesundheit schaden
  • Warum Du noch heute damit starten solltest, jeden Tag 30 Minuten zu lernen

 

3. News

Klappen u.a. deshalb so gut, weil keiner etwas Wichtiges verpassen möchte. Das könnte z.B. die Zugehörigkeit zu einer Gruppe gefährden (jeder weiß es, nur Du nicht) sowie den Status. Z.B.:

  • Neuigkeit des Tages: Forscher haben den ersten Roboter mit Gefühlen entwickelt
  • Brandneu: Apple A101 ab heute erhältlich
  • Lady X hat sich von Mister Y getrennt (hast Du schon gehört?)

 

4. Fragen

Wenn Du Überschriften als Frage formulierst bieten sich zwei Arten von Fragen besonders gut an: Ersten eine Frage, die sich Deine potenziellen Leser stellen und gezielt nach einer Antwort hierauf suchen (z.B. in Foren, Gruppen oder Google). Zweitens Fragen, die dazu anregen, sich zu hinterfragen, ob man die Antwort darauf kennt. Z.B.:

  • Machen Sie auch diese 6 gravierenden Marketingfehler?
  • Wie funktioniert Alexa?
  • Worum sollte es in der ersten Podcast Folge gehen?

 

5. Warnung

Diese Art von Überschriften appelliert direkt an das Sicherheitsbedürfnis und der Angst vor Verlust und kann daher je nach Zielgruppe sehr stark wirken. 2 Beispiele:

  • Warnung: Hacker haben den Onlineauftritt der Bank XY gekapert. Geben Sie auf keinen Fall Ihre Logindaten ein.
  • Kaufen Sie keinen gebrauchten Wagen, ohne diese 5 Punkte zu beachten.
  • Tue X, sonst riskierst Du Y

 

6. Problemlöser

Je genauer Du die Fragen und Probleme Deiner Zielgruppe kennst umso besser kannst Du direkt in der Überschrift andeuten, genau dieses Problem zu lösen. Hierbei kannst Du die Fragen Deiner Zielgruppe umdrehen, zum Beispiel in dem Du mit „So“ anfängst:

  • So gewinnst Du neue Kunden über Pinterest
  • Zu wenig Resonanz? So wird Deine nächste Newsletter-Aktion zum Renner

 

Emotionen

Nicht nur aufgrund der Sekundenschnelle, in der wir uns für oder gegen etwas entscheiden, spielen die emotionalen Aspekte einer Überschrift eine sehr hohe Bedeutung. Auch bei längerfristigen Investitionen wie einem Autokauf entscheiden wir in der Regel aus dem Gefühl raus – auch wenn die Begründung nachher rein sachlich erfolgt. Sprich: auch wenn der Kauf eines nagelneuen Ferraris sicherlich mit technischen Details begründet werden kann – ob wir ihn tatsächlich Kaufen ist eher eine Frage des Gefühls, hier z.B. Anerkennung, Status, Prestige.

Frag Dich daher am besten einmal wie sich Deine Zielgruppe fühlt, wenn Du sie auf Dein Thema ansprichst. Hat sie Angst? Sehnt sie sich nach Liebe und Zugehörigkeit oder eher nach Freiheit? Vielleicht sucht Sie auch nach einem Hoffnungsschimmer, Halt oder Kraft?

Du siehst schon, meistens sind die Emotionen ganz eng mit unseren Grundbedürfnissen verbunden, so dass sich die Überschriften hier ideal ergänzen. Zum Beispiel:

  • Erkennst Du die frühen Warnsignale in komplexen Kundenprojekten?
  • Soll ich mein Kind impfen lassen?
  • Jury in Tränen: 17-Jähriger rockt die Casting-Show

P.S.: Nach dem Bestseller-Autor Allan Dib sind es übrigens diese 5 Emotionen, die am stärksten in Überschriften wirken: Liebe, Angst, Schuldgefühle, Gier und Stolz.

 

Powerwörter & Superlative

Auch wenn vermutlich keiner schreiben würden „Dies ist der 100ste Artikel zum Thema veganes Essen.“, manche Überschriften lesen sich genau so. Das will aber natürlich keiner wissen.

Besser wären hier „Neuste Studie: Die beste Art Vegan zu essen.“

Neben der Aktualität, spielt hier auch das kleine Wort „beste“ eine große Rolle. Sie schafft Klarheit über den Inhalt des Artikels und zeigt zugleich an, dass man als Veganer sich nicht optimal ernährt,  wenn man nicht diese Art vegan zu essen kennt.

Auch andere Superlative wie

  • die schönste, die stärkste, die modernste…
  • großartig, unwiderstehlich, exzellent, bezaubernd
  • aber auch: frustrierend, gruselig, sündhaft, wahnsinnig

können Aufmerksamkeit erregen und zeigen, dass Dein Artikel unbedingt gelesen werden sollte.

Power- und Reizwörter

Wie Superlative so gibt es auch bestimmte Power- und Reizwörter, die besonders ins Auge fallen und anziehend oder motivierend auf Interessenten wirken. Hierzu zählen u.a.

  • jetzt
  • nur heute
  • Frei
  • Stopp
  • Geheimnis
  • Geprüft
  • Leicht
  • DIY
  • Und DU

Prüf für Dich, ob Du Deine Überschrift mit einem der Wörter noch stärker machen kannst. Aber Vorsicht: auch hier gilt, verwende die Begriffe nur, wenn Du Dein Versprechen auch halten kannst. Oder mindestens ernst meinst. Das schönste Bild vom Eifelturm kann Geschmackssache sein, sollte aber ernst gemeint sein – es sein denn, Du bist bekannt für Deine Ironie.

 

Corporate Identity – Corporate Style

Ein oft vergessener Punkt ist die Glaubwürdigkeit. Was ich damit meine?

Nehmen wir an Du schreibst eine sehr emotionale Überschrift. Deine Leser sind quasi schon zu tränen gerührt noch bevor Sie auf Deine Seite kommen und den Artikel lesen.

Und jetzt kommt’s: Du selbst bist eher nicht so emotional und bietest auf einer sehr netten, aber aber seriös-distanzierten Art Deine Dienstleistungen an. Der Artikel von Dir ist entsprechend eher sachlich geschrieben und zeigt die Vor- und Nachteile von XY (z.B. Impfen) auf.

Die vorher geschürten Erwartungen eines emotionsgeladenen Artikels kannst und willst Du gar nicht gerecht werden.

In dem Fall pass Deine Überschrift lieber nochmal an. Auch wenn Du viele Klicks hast, ist es sehr wahrscheinlich, dass die potenziellen Leser Deine Seite irritiert sofort wieder verlassen.

Andersrum heißt, dass aber auch:

Wenn Du es schaffst,

  • Vom Erstkontakt (Deine Überschrift, Ort der Verteilung – z.B. Sozial Media)
  • über einen passenden zweiten Eindruck (Webdesign, Webentwicklung & Inhalt Deines Artikels)
  • bis hin zum abrundenden Content Managementsystem (CMS), mit dem Du Deine Inhalte wie gewünscht erstellen, veröffentlichen und verteilen kannst

alles aufeinander abzustimmen, kommst Du nicht nur sehr glaubwürdig und vertrauensvoll rüber, sondern wirst auch ernst und wahrgenommen und schaffst es effizient zu arbeiten.

Zahlen in Überschriften

Zahlen

Ganz egal ob Du Mathe in der Schule geliebt oder gehasst hast. Zahlen in Überschriften sind extrem beliebt. Warum ist das so? Unter anderem, weil Sie Schnelllesern anzeigen, dass der Text in Form einer Liste sehr schnell erfasst werden kann. Zum anderen, weil sie Deinen Lesern anzeigen „Das kannst Du auch“ (in nur 3 Schritten) als auch eine gewisse textliche Tiefe (die 65 Fakten) symbolisieren. Hier ein paar Beispiele:

Wenn Du die Möglichkeit hast, spezifisch zu sein und genaue Zahlen einzusetzen, solltest Du das auf jeden Fall mal ausprobieren. Nach einer Studie von OKDork führen Überschriften mit Zahlen die Liste, der am häufigsten geklickten Überschriften an.

 

Persönlichkeiten

Du kennst Deine Zielgruppe gut kennst und weißt, wie Sie zu bestimmten Personen, Gruppen oder Unternehmen steht?

Super, dann kannst Du Deinem Artikel über die Überschrift einen gewissen Status mitgeben, motivieren und neugierig machen. Wie das geht? So z.B.:

  • 5 Hacks, die nur richtig erfolgreiche Blogger kennen
  • Mach es wie Michelle Obama: 3 starke Aktionen, mit denen Du Dich für Kinder zu einem besseren Zugang zu Bildung, Gesundheit und Perspektiven einsetzen kannst
  • 4 Weisheiten, die wir von Pippi Langstrumpf lernen können
  • Auf diese 7 Tricks schwört SEO-Gurru Neil Patel

Auch Du selbst kannst Teil einer erfolgreichen Überschrift werden, wenn Du etwas geschafft hast, dass Deine Zielgruppe auch schaffen will. Damit kannst Du z.B. gut ein „Will ich auch“ hervorrufen“. Hier zwei Beispiele:

  • Wie ich es geschafft habe als Newbie innerhalb 3 Monate 20.000 Newsletter-Abonnenten zu gewinnen
  • Wie ich in nur 10 Tagen zu einer traumhaften und bezahlbaren Wohnung in Hamburg kam

 

Google & Social Media

Wenn Dein Titel soweit steht, dann prüf ihn nochmal hinsichtlich Google und Social Media. Natürlich je nachdem wie Du Deinen Artikel verteilen willst oder wie er gefunden werden soll.

Du möchtest, dass er in Google gut gefunden und lesbar angezeigt wird? Dann achte auf diese 3 Punkte:

  • Dein Titel enthält dein Keyword
  • Das Keyword ist auch in der Title- und Metatag-Beschreibung zu finden (wenn vorhanden)
  • Dein Titel (bzw. Title) hat eine gute Länge, so dass er vollständig zu sehen ist

Wenn Du Dir unsicher bist, ob Dein Titel die optimale Länge hat kannst Du einfach einen Test mit den kostenlosen Tools von Sixtrix  oder to the web machen.

Wenn es Dir schwerfällt Dein Keyword in den Titel gut zu integrieren hilft übrigens folgender Trick:

Die Doppelpunkt-Methode – z.B. „Suchmaschinenoptimierung: 5 Tipps wie Du in Google besser gefunden wirst“

Social Media

Wenn Du genau weißt, über welche Social Media Kanäle Du Deinen Artikel verteilen willst, kannst Du Deine Überschrift entsprechend anpassen oder unterschiedliche Überschriften je Plattform verwenden. So sind Facebook und Pinterest eher persönlicher und familiär, freundschaftlich ausgerichtet während LinkedIn, Xing und Twitter eher auf Business ausgerichtet sind.

Während man im englischen mit you überall gut zurecht kommt, ist im deutschen eher Sie im Business-Bereich und Du im privaten Bereich angebracht. Das ist jedoch nicht für jede Zielgruppe so. Schau Dir daher die Kommunikation Deiner Zielgruppe je Social Media Plattform genau an.

 

Alliterationen

Zu guter Letzt möchte ich Dir noch verraten, dass auch der Klang und die Erinnerbarkeit von Überschriften eine gute Möglichkeit bieten, die Klickrate Deines Artikels zu erhöhen. Hierzu zählen zum Beispiel:

  • Powerful Post
  • Super Suppe
  • Brillanter Blogbeitrag

 

Zusammenfassung

*Die 2,6 Sekunden, die nach der Studie der Nielsen Norman Group darüber entscheiden, ob jemand Deinen Artikel lesen will oder nicht, sind echt kurz, aber nicht zu kurz.

Gute Überschriften zu verfassen und damit Leser und vielleicht sogar Kunden zu gewinnen ist durchaus möglich. Natürlich ist es nicht ganz leicht direkt die richtige Überschrift zu finden. Aber ich bin mir sicher, dass die Tipps dir helfen werden.

Keine Sorgen, Du musst nicht alle Tipps in einer Überschrift anwenden, um gut anzukommen. Probiere einfach mal aus 2 Tipps hiervon je neuer Überschrift aus. Teste für Dich, welche Variante bei Deiner Zielgruppe am besten funktionieren und optimiere auf dieser Basis weiter.

Ich bin mir sicher, mit ein bisschen Übung wird es Dir immer leichter fallen richtig gute Überschriften zu schreiben und wünsche Dir viel Spaß und Erfolg hierbei.

 

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