5. November 2019 | Jennifer Weyers

Storytelling: Wie Du in 8 Schritten Deine Botschaft schärfst und verstanden wirst

Storytelling: Wie Du in 8 Schritten Deine Botschaft schärfst und verstanden wirst

Schadenshöhe 100%? Viele Selbstständige und Unternehmen investieren viel Zeit und Geld, um eine von ca. 13.000 Marketingbotschaften zu verkünden, die uns jeden Tag erreichen. Fast alle davon vergessen wir sofort, wenn wir sie überhaupt wahrnehmen.

Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten Deine eigene Botschaft so zu schärfen, dass sie von Deiner Zielgruppe wahrgenommen wird, anziehend wirkt und überzeugt.

Eine der bewährtesten Methoden und wie Du Sie direkt für Dich einsetzen kannst, stelle ich Dir hier kurz vor.

 

Storytelling im Business

Achtung: hier geht es nicht darum Märchen zu erzählen, oder dass Du Dich fantasievollen Personen gut vorstellen kannst. Und natürlich auch nicht darum die gute Nacht Geschichten zu verbessern. Worum es im Folgenden geht ist ganz konkret eine 8-Schritte-Methode, mit der Du von Deiner Zielgruppe gesehen wirst und sie versteht warum Du bzw. Deine Produkte und Dienstleistungen für sie genau richtig sind.

Storytelling ist dann für Dich relevant, wenn:

  • Deine Botschaft nicht klar ist
  • Deine Botschaft für Deine Zielgruppe nicht wichtig ist und untergeht
  • Deine Marketingstory nicht dazu führt, dass Du Kunden, Mitarbeiter oder Investoren für Dich und Deine Produkte bzw. Dienstleistungen gewinnst
  • Du bisher noch gar keine richtige Botschaft hast

 

Warum wirkt Storytelling?

Trotz Informationsflut spenden wir laut neurowissenschaftlichen Studien im Schnitt 30% unserer Zeit mit Tagträumen – es sein denn wir lesen, hören und schauen uns Geschichten an.

Warum ist das so? Unser Gehirn liebt Geschichten zu unserem eigenen Schutz. Bereits vor 10 Tausenden von Jahren haben sich unsere Ur-Ur-Urgroßeltern Geschichten erzählt, um Wissen weiterzugeben und das Überleben der eigenen Gruppe sicherzustelle.

Stell Dir vor Du bist allein unterwegs in einer tief verschneiten Landschaft. Langsam bricht die Nacht an. Es wird immer dunkler und kälter. Du weißt, bis nach Hause wirst Du es heute nicht mehr schaffen. Verzweifelt suchst Du Schutz unter einem der wenigen Bäume. Kannst Du die Nacht überleben? Hier draußen, allein und bereits halb erfroren? In dem Moment fällt Dir wieder die Geschichte ein, die Dir ein guter Freund vor kurzem erzählt hat: Die Geschichte wie man sich ein schönes warmes Feuer macht…

Mit jeder guten Geschichte entstehen beim Zuhörer Bilder und Emotionen, die dafür sorgen, dass relevante Informationen behalten werden und damals wie heute dafür sorgen sollen, dass es uns gut geht, dass wir überleben und uns weiterentwickeln.

Storytelling setzt genau hier an und hilft Dir die Aufmerksamkeit Deiner Zielgruppe zu erhalten und sie zu überzeugen. Natürlich kann Storytelling für lange Geschichten, wie auch einzelne Produkte, Dienstleistungen oder Blogartikel verwendet werden, doch das wichtigste ist zunächst immer, dass Du eine klare Botschaft hast. Darum kümmern wir uns jetzt.

 

Storytelling – Schritt 1: Wer ist der Held?

Machst Du auch den Fehler, Dich als Held der Geschichte darzustellen? Versteh mich nicht falsch. Ich bin überzeugt davon, dass Du mit dem was Du machst, was Du als Dienstleistungen oder Produkte anbietest und den Service, den Du drumherum bietest, anderen hilfst. Dass Du dafür sorgst, dass es anderen besser geht und sie ihr Leben auf einer besseren Art und Weise leben können. Schön, dass es Dich gibt!

Daher ist es auch wichtig, dass Du Deine Zielgruppe erreichst. Und die will lieber selbst der Held sein. Das heißt aber nicht, dass Deine Rolle weniger wichtig ist. Denn jeder Held hat in einer richtigen Geschichte ein Problem und das schöne ist, Du kannst Ihnen helfen dieses Problem zu lösen, um der Held zu sein. Mehr dazu gleich.

Für Deine Botschaft ist es daher zuerst einmal wichtig, klar zu haben:

  • wer Deine Zielgruppe ist
  • was Sie will (das sollte etwas sein, wobei Du Ihr helfen kannst)
  • und dass Sie in den Mittelpunkt Deiner Marketingstory steht

Dieser Schritt macht z.B. den Unterschied aus, warum die Fangemeinde von Nike (Motto: Du hast das Talent, wir geben Dir die Schuhe dazu – just do it) unvergleichbar groß ist zu der Fangemeinschaft von der Deutschen Bank (Motto: Wir sind die Größten).

 

Storytelling – Schritt 2: Das Problem

Wenn man sich die Film- und Buchgeschichten anschaut, stellt man fest, dass jeder Held zunächst ein Problem hat, dass er lösen muss, um überhaupt ein Held zu sein oder wieder zu sein. Das funktioniert in Geschichten aus gutem Grunde: es ist im realen Leben nicht anders. Typischerweise haben wir es gleich mit mehreren Problemen zu tun und irgendetwas oder irgendjemand, der diese Probleme hervorruft. Ein Beispiel hierzu:

Stell Dir vor, Dein Kunde ist ein Unternehmer, der eine Datenschutzklage am Hals hat. Dein Feind könnte in diesem Fall jemand sein, der Deinen Kunden verklagt, oder das System als solches. Das offensichtliche Problem ist, dass Dein Kunde verklagt wurde und die Folgen abwenden muss. Daneben könnte er jetzt aber auch ein psychologisches Problem bekommen, wie z.B. die Angst vor Rufschaden und Ansehensverlust, wenn die Klage durchgeht und seinen Kunden bekannt wird. Als dritte Problemdimension kommt hinzu, dass er nicht nur an sich denkt, sondern, wenn er die Klage gewinnen würde, würde er damit sein Unternehmen retten und 25 Mitarbeitern weiterhin einen sicheren Arbeitsplatz bieten können. Zudem würde er vielen anderen Unternehmern die Klage ersparen und wäre – wenn er das Problem löst – also auch für seine Mitarbeiter, Partner und „alle“ Unternehmer ein Held.

Schreib Dir in diesem Schritt für Deine Botschaft auf, welche Probleme Dein Held – bzw. Deine Zielgruppe hat.

 

Storytelling – Schritt 3: Der Mentor

Kurz und knapp: DU! Dazu musst Du natürlich in der Lage sein dem Helden – sprich Deiner Zielgruppe – zu helfen Ihre Probleme zu lösen. Ist das nicht der Fall, solltest Du entweder Deine Zielgruppe oder Dein Angebot überdenken.

 

Storytelling – Schritt 4: Der Plan

In diesem Schritt gibst Du Deinem Helden den Plan wie er sein Problem lösen kann. Das kann ein Trainings- oder Ernährungsplan sein, mit der Held sein Ziel erreichen kann, eine Businessstrategie oder ein Angebot. In Filmen wird der Held auch schon mal mit Superwaffen oder Superkräften ausgestattet.

 

Storytelling – Schritt 5: Call 2 Action

Doch ein guter Plan ist nur halb so viel Wert, wenn er nicht in die Tat umgesetzt wird. Was nutzt ein Trainingsplan im Schrank? Was hilft es zu wissen, dass man die Klage gewinnen würden, wenn man den Plan, der dazu nötig ist (z.B. Rechtsanwalt beauftragen), nicht umsetzt?

Meistens brauchen die Helden trotzdem noch einen Anstupser oder Auslöser von außen, dass kann ein Termin sein, ein Anruf oder eine (Rabatt-) Aktion.

 

Storytelling – Schritt 6: Das Drama abwenden

Bevor die meisten Helden richtig loslegen, prüfen sie nochmal ob das Risiko nicht zu hoch ist. Daher kannst Du Deinem Helden in dieser Phase helfen, in dem Du ihm nochmal bewusst machst, was auf dem Spiel steht, wenn er nicht handelt und was er gewinnen kann, wenn er den Plan realisiert.

 

Storytelling – Schritt 7: Das Happy End

Natürlich sollte die Geschichte so ausgehen, dass Deine Zielperson Deinen Plan verfolgt und zum Helden wird. Wichtig an diesem Schritt ist aber, dass Dir dieses Ziel so klar wie möglich sein sollte. Dabei geht es nicht darum, dass z.B. ein Produkt von Dir gekauft wurde, sondern um das, was der Held davon hat. Das Gesamtergebnis zählt.

Warum das so wichtig ist? Weil es das ist, was Dein Kunde kaufen will. Daher solltest Du für Deine Botschaft diesen Punkt ganz klar haben.

 

Storytelling – Schritt 8: Deine Botschaft

Die eigentliche Geschichte steht jetzt: es ist klar was Deine Zielgruppe will, was Ihr Problem ist und wie Ihr Leben aussieht, wenn sie das Problem mit Deiner Hilfe lösen kann. Ja? Perfekt, dann gilt es jetzt hieraus eine klare Botschaft für Dich zu formen. Wie machst Du das jetzt am besten?

In der Langform, kannst Du alle 7 vorherigen Schritt einbeziehen. Für eine kurze Form, wie Du Sie z.B. zum Start auf Deiner Website, in Flyern oder in Rahmen vor Vorstellungsrunden brauche kannst, ist es ideal, Deine Botschaft in einem Satz zusammenzufassen. Hierfür Fokussier Dich darauf wer Deine Zielgruppe ist, was Sie für ein Problem hat, wie Du ihr helfen kannst und was Sie davon hat (Schritt 1, 2, 4 und 7)

Das könnte dann z.B. so aussehen:

„Wir helfen Unternehmen rechtzeitig neue Mitarbeiter zu finden, damit ihr Unternehmen auch morgen noch leistungsfähig ist und die Konkurrenz überholt.“

Oder so:

„Wir helfen selbständigen Müttern die sozialen Medien effizient für sich zu nutzen, damit Sie Zeit für Ihre Familie haben und ein sicheres Einkommen.“

Jetzt bist Du dran

Schnapp Dir einen Stift oder tippe drauf los und schreib Deine Botschaft.

 

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P.S.: Die Methode kommt übrigens von Donald Miller. Mehr hierzu findest Du in seinem Buch StoryBrand.

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