1. November 2019 | Jennifer Weyers

Die 8 Interessensgruppen, die Du bei der Erstellung Deiner Website auf keinen Fall vergessen solltest

Die 8 Interessensgruppen, die Du bei der Erstellung Deiner Website auf keinen Fall vergessen solltest

Die meisten Selbstständigen und Unternehmen verschenken eine riesige Chance und ärgern sich im zweiten Schritt, weil Ihre Website ihnen nichts bringt. Im schlimmsten Fall arbeitet ihre Website dann sogar gegen sie und für die Konkurrenz. Einer der oft unterschätzten Gründe hierfür ist die Nichtbeachtung der Ziele und Anforderungen aller relevanter Interessensgruppen.

Welche 8 Gruppen dazugehören und welche Ihrer Anforderungen für Dich relevant sein können, verrate ich Dir in diesem Artikel.

Nr. 1: Deine Zielgruppe

Nichts wäre für Deinen Website-Erfolg fataler, als wenn Du eine Website hättest, mit der Deine Zielgruppe so gar nichts anfangen kann. Im besten Fall ist sie irritiert und versucht sich anderweitig über Dich zu erkundigen. Die wahrscheinlichere Variante ist aber leider, dass die meisten potenziellen Kunden sich eher bei Deiner Konkurrenz umschauen werden und für Dich verloren sind. Umso mehr lohnt es sich daher ein klares Bild von Deiner Zielgruppe und Ihren Anforderungen bezüglich Deiner Website zu erhalten.

Was Dir hierbei helfen kann sind z.B. Online-Recherchen. Auf welchen Portalen hält sich Deine Zielgruppe auf? Welche Websites haben sie selbst oder besuchen Sie gerne? Gibt es Fragen und Bedürfnisse, die Du gut über Deine Website klären könntest?

Es geht hier natürlich nicht darum, Dein Produkt neu zu erfinden, sondern die Recherche immer mit Fokus auf die Ziele und Anforderungen hinsichtlich Deiner Website durchzuführen.

Zwei Beispiele hierzu:

Deine Zielgruppe ist sehr stark in den sozialen Medien unterwegs? Dann kann es für Dich sehr lohnenswert sein, wenn Deine Beiträge ideal in den sozialen Medien teilbar sind. So kannst Du Deine Zielgruppe dort erreichen und bietest ihnen mit Deinen Beiträgen eine nette Einladung, auf die Seite kommen, um Deine Artikel zu lesen. Wenn Du jetzt den Wunsch Deiner Zielgruppe berücksichtigst, dass sie wertvolle Inhalte lesen und diese gerne an ihre Freunde weiterteilen wollen, kannst Du im nächsten Schritt Abonnenten, Fans und Kunden gewinnen.

Was kann das jetzt konkret für die Anforderungen an Deine Website bedeuten? Z.B. könnte es ein Ziel sein, dass Du grundsätzlich einen eigenen Blog hast und selbst wertvolle Beiträge schreiben kannst. Weitere Ziele können einladende Teilbuttons und für die sozialen Medien optimierten Bilder und Grafiken sein, die die Teilbarkeit Deiner Beiträge erhöhen.

Deine Zielgruppe ist voranging eher auf der Suche nach einem seriösen Dienstleister? Dann macht es Sinn Deine Website inklusive aller Inhalte so zu gestalten, dass Du als vertrauensvoller Experte wahrgenommen und geschätzt wirst. Ein mögliches Ziel könnte hier z.B. eine sehr klare, aufgeräumte Seite sein, auf der sich Deine Besucher Dank toller Menuführung schnell zurechtfinden und nicht durch blinkende Werbung o.ä. abgelenkt oder irritiert sind.

 

Nr. 2: Deine Bestandskunden:

Bestandskunden können Gold wert sein. Wenn das bei Dir auch der Fall ist, versuch herauszufinden, welche Mehrwerte oder welchen Service sie sich von Dir wünschen, die Du Ihnen über Deine Website bereitstellen kannst. Auch hier gebe ich Dir gerne 2 Beispiele:

Du bist viel unterwegs oder in Besprechungen und Deine Kunden wünschen sich eine einfachere, schnellere Terminvereinbarung mit Dir? Dann kann Du das Ziel „einfachere Terminvereinbarung“ z.B. durch als Realisierung einer „Online-Terminvergabe“ konkretisieren.

Wenn von Deinen Kunden z.B. immer wieder die gleichen Fragen an Dich herangetragen werden, besteht der Wunsch nach gezielten Informationen. Hier könnte es z.B. ein Ziel sein, ein Webinar über Deine Website mit anzubieten. Auch die Möglichkeit weiterführende Inhalte über einen Downloadbereich bereitzustellen, könnte eine Anforderung für Deine Website sein. Das hilft Deinen Kunden nicht nur auf fachlicher Ebene, sondern spart auch Dir Zeit und Nerven. Zudem ermöglicht es Dir Dich als kompetenten Partner zu positionieren, der sich um sie kümmert.

Nr. 3: Deine Mitarbeiter & Partner

Wenn Du Mitarbeiter hast oder Partner, mit denen Du zusammenarbeitest, können Sie bestimmte Wünsche haben, die Dir helfen Deine Ziele zu erreichen. Nehmen wir an, Du hast einen Mitarbeiter, der sich darum kümmert, regelmäßig neue, fundierte Beiträge zu verfassen. Leider braucht dieser Mitarbeiter jetzt aber sehr lange dafür die fertigen Beiträge auch online zu stellen. In diesem Fall lohnt es sich für Dich als Anforderung an Deine Website mit aufzunehmen, dass Sie einfacher zu bedienen ist oder bestimmter Funktionalitäten mitbringt soll, die dann genauer definiert werden müssen.

Zudem können Mitarbeiter sowie interne und externe Partner wichtige Botschafter für Dich und Dein Unternehmen sein. Eine Außendarstellung Deines Unternehmens, mit der sie sich identifizieren können, kann entscheidend dazu beitragen, ob sie sich im außen auch tatsächlich jederzeit empfehlen. Ob Sie vielleicht sogar stolz sind mit Dir zusammenzuarbeiten, oder ob sie sich dagegen schämen. Frag daher am besten einfach mal nach, wie sie Deine Seite finden. Wenn Du hierbei davon ausgehst, dass sie vermutlich immer sagen würden, dass sie ihnen gefällt, weil Du die Chefin bzw. der Chef bist, dann geh am besten so vor, dass Du gleich zu einer Kritik-oder Verbesserungsrunde einlädst, damit Du ein Feedback erhältst, dass dich weiterbringt.

Nr. 4: Deine Familie

Auch wenn Du privat und beruflich sehr klar trennst, möchte ich Dir mit diesem Punkt gerne 4 Aspekte mit an die Hand geben. Erstens, in der Regel bekräftigen einem genau diese Personen eher, dass alles gut ist, auch wenn es nicht so ist. Zweitens, sollte doch Kritik geäußert werden, reagieren Betroffene in der Regel besonders stark darauf. Drittens, solange Deine Familie nicht Deine Zielgruppe widerspiegelt, ist Sie für den Erfolg Deiner Website nicht wirklich entscheidend. Als letzte und vierten Punkt sei aber auch gesagt, dass Deine Familie Dich vermutlich so oft wie möglich und gut gelaunt sehen will.

Wenn Du das von Anfang an berücksichtigst, brauchst Du auf eine mögliche positive oder negative Bewertung Deiner Website nicht zu viel Wert zu legen. Gleichzeitig jedoch macht es durchaus Sinn als Anforderung mitzunehmen, dass die Pflege Deiner Website in einem vertretbaren Rahmen möglich sein sollte. Zum Beispiel mit einem Content Management System, was genau zu Dir passt.

 

Nr. 5: (Potenzielle) Investoren & Co

Gibt es Unternehmen oder Personen, die sich an Deinem Unternehmen beteiligen, Zuschüsse gewähren oder bist Du auf der Suche nach Investoren? Dann lohnt es sich zu prüfen, ob Deine Website-Ziele mit denen Deiner (potenziellen) Investoren und Finanzgeber übereinstimmen. In den meisten Fällen wolle diese Interessensgruppen, dass Du Deinen Umsatz erhöhst. Ist das auch Dein Ziel, hast Du schon fast gewonnen.

Allerdings gibt es oft auch weitere Aspekte, die ihnen wichtig sind. Z.B. schnell zu findende gute Aktienzahlen Deines Unternehmens, positive Presseberichte, die Du auf Deiner Seite mit veröffentlichen solltest, oder auch Themen wie Nachhaltigkeit, die dazu führen können, dass sie an Dich bestimmte Anforderungen z.B. zum Hosting Deiner Website haben.

Mutterkonzerne haben darüber hinaus auch oft Anforderungen hinsichtlich gestalterischer Aspekte, so dass ein einheitlicher Auftritt der Unternehmensgruppe nach außen gewährleistet wird.

 

Nr. 6: Konkurrenten

Klar, Deine Konkurrenten, sind die letzten, die Dir vorschreiben sollten, welche Ziele Du in ihrem Sinne auf und mit Deiner Website erfüllen solltest. Jedoch lohnt es sich auch gerade deshalb andersrum zu schauen, wie Du Dich im Web von Deinen Wettbewerbern absetzen kannst. Kommt Dein USP und Deine Mehrwerte klar über Deine Website rüber? Kannst Du darüber hinaus zusätzliche Mehrwerte für Deine Kunden und potenziellen Kunden über Deine Website bieten, die Dich von der Konkurrenz absetzen? Zum Beispiel in dem Sie bei Dir schneller die gewünschten Informationen finden, besser verstehen oder über ein eingebundenes Video erklärt bekommen?

Mögliche Anforderungen, die sich für Dich hieraus ergeben können sind daher zum Beispiel ein eigenes wiedererkennbares Design, eine ganz klare Botschaft, die Deinen Besuchern sofort zu verstehen gibt, das Sie bei Dir richtig sind, aber auch eine bessere Auffindbarkeit Deiner Seite im Vergleich zur Konkurrenz durch Suchmaschinenoptimierung und sehr gute Inhalte. Dazu können dann sowohl Texte, als auch Fotografien, Grafiken, Videos, Podcasts o.ä. zählen.

 

Nr. 7: Juristen, Datenschützer & Urheber

Oft vergessen, aber in den letzten Jahren immer wichtiger geworden ist die „Interessensgruppe für rechtliche Aspekte“. Auch wenn Du allein aus Respekt und Achtung gegenüber der Arbeit und der Persönlichkeit anderer sehr achtsam mit Daten und Inhalten der betroffenen Personen und Unternehmen umgehst, gibt es immer wieder Fälle, in denen die Sachlage nicht ganz klar ist oder an die man nicht automatisch denkt.

Beispielsweise kann ein Fotograf die Rechte an den Bilder medienspezifisch bereitstellen, so dass Du die Bilder z.B. auf Deiner Website und in Büchern von Dir verwenden darfst, nicht jedoch in den sozialen Medien. Auch die DSGVO zu viel Verunsicherung beigetragen und entsprechend unklaren Anforderungen an die Websites.

Bezüglich Urheber, Marken- und Patentrechte kannst Du am besten die betroffenen Personen und Unternehmen direkt ansprechen und anfragen, ob und in welcher Form Du die Inhalte verwenden kannst. Hinsichtlich des Datenschutzes kann es sich lohnen Dich gezielt an Juristen und Experten zu wenden, die sich tagtäglich mit dem Thema auseinandersetzen. Zum Teil gibt es hier auch schon Lösungen wie sogenannte Content-Consens-Tools (zur Zustimmung zur Verwendung von Cookies und Co). Hier eine kleine Checkliste von potenziell Betroffenen, die Anforderungen an Deine Website haben können:

  • Fotografen
  • Autoren
  • Grafiker
  • Graphologen
  • Unternehmen und Selbstständige, von denen Du Inhalte wie Logos, Videos, Texte etc. übernimmst
  • Unternehmen und Einzelpersonen, die eine Marke eingetragen haben. Hier kann es auch sein, dass Du auch einen Blick über die Ländergrenzen
  • Datenschützer und Juristen, die sich um den Schutz der Rechte anderer kümmern
  • Jede Person, deren Daten Du auf irgendeiner Weise weiterverarbeitest, speicherst und analysierst oder deren Daten Du an Dritte weitergibst, wie Google und Facebook

 

Nr. 8: Du selbst

Vielleicht wunderst Du Dich, dass ich Dich erst hier in den Fokus stelle. Das hat aber folgenden Grund: während einem am Anfang oft klar ist, dass die eigene Ziele und Anforderungen bei der Erstellung der eigenen Website verfolgt werden sollten, können im Laufe der Zeit so viele Anforderungen an einen herangetragen werden, dass man die eigenen Ziele und Wünsche hintenanstellt, für unmöglich erklärt oder vergisst.

Damit das nicht passiert schreib Dir am Anfang Deines Website-Projekts auf, welche Ziele für Dich am wichtigsten sind. Dann kannst Du im Anschluss die Ziele aller anderen Interessensgruppen daraufhin prüfen, ob Sie mit Deinen Interessen übereinstimmen. Du erkennst, wo es ggf. Probleme geben kann und kannst Sie – wenn Du willst – vorab lösen. Auch kannst Du abwägen, welche der Anforderungen externer Personen, welche Relevanz für Dich hat. Was passiert, wenn Du die Wünsche Deiner Zielgruppe nicht zu 100% erfüllst? Würden 80% reichen, wenn Du dafür die Ziele Deiner Familie oder Investoren besser berücksichtigen kannst?

Ich habe Dir eine Übersicht erstellt, mit der Du den Überblick über die Ziele und Anforderungen gewinnen und behalten kannst. Wenn Du Sie durcharbeitest, erhältst Du eine Gesamt-Checkliste für Dich, welche Anforderungen Du mit Deiner Website erfüllen solltest, um Deine Ziele zu erreichen.

Anforderungsübersicht

Zu guter Letzt: für jedes Ziel und jede Anforderung ist es wichtig sie so klar wie möglich zu definieren. Eine gute Möglichkeit hierfür ist die SMART-Methode.

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